
Risse im Mauerwerk: Wann wird's kritisch?
7 Minuten Lesezeit · Aktualisiert Nov 2024
Risse in Wänden und Mauerwerk lösen bei Hausbesitzern oft Sorge aus. Doch nicht jeder Riss ist ein Grund zur Panik. Als Sachverständiger erkläre ich Ihnen, wie Sie harmlose Setzrisse von gefährlichen Strukturschäden unterscheiden und wann professionelle Hilfe unerlässlich ist.
Die drei Hauptkategorien von Rissen
Haarrisse
Gering< 0,2 mm
Oberflächliche Risse im Putz, meist harmlos
Setzrisse
Mittel0,2 - 2 mm
Durch Setzung des Gebäudes, Beobachtung nötig
Strukturrisse
Hoch> 2 mm
Betreffen tragende Bauteile, sofortige Prüfung!
Rissmuster und ihre Bedeutung
Vertikale Risse
Ursache: Setzung, Temperaturschwankungen
Meist unkritisch
Horizontale Risse
Ursache: Überlastung, Erddruck
Potenziell gefährlich
Diagonale Risse (45°)
Ursache: Setzung, Fundamentprobleme
Beobachtung erforderlich
Treppenförmige Risse
Ursache: Setzung entlang Fugen
Meist unkritisch
Professionelle Rissbewertung
Messverfahren
Rissbreitenmessung
Mit Risslupe oder digitalem Messschieber
Rissmonitoring
Gipsmarken oder digitale Sensoren über Wochen
Ursachenanalyse
Fundamentprüfung, Bodengutachten, Statik
Bewertungskriterien
- Rissbreite und -tiefe
- Verlauf und Muster
- Aktives oder passives Wachstum
- Betroffene Bauteile
- Gebäudealter und -typ
Alarmsignale: Sofort handeln!
- Risse breiter als 2 mm
- Risse wachsen sichtbar
- Türen und Fenster klemmen plötzlich
- Böden neigen sich sichtbar
- Risse in tragenden Wänden oder Decken
Fazit: Beobachten und bewerten lassen
Die meisten Risse sind harmlos und entstehen durch normale Setzungsprozesse. Entscheidend ist jedoch eine fachkundige Bewertung, um strukturelle Schäden auszuschließen. Als Sachverständiger führe ich eine detaillierte Rissanalyse durch, bewerte die Gefährdung und gebe Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen – von "Beobachten" bis "Sofort sanieren".
Jetzt Rissgutachten anfragen